Casablanca Sehenswürdigkeiten überraschen viele Reisende, denn Marokkos größte Stadt wird oft unterschätzt. Anders als Marrakesch oder Fes punktet Casablanca nicht mit einer malerischen Altstadt, sondern mit kosmopolitischem Flair, kolonialer Architektur und einem der größten Gotteshäuser der Welt direkt am Atlantik. In diesem Artikel zeigen wir dir, was man in Casablanca machen kann, welche Sehenswürdigkeiten sich wirklich lohnen und wie du deinen Aufenthalt am besten planst.
Hassan-II-Moschee: Das Wahrzeichen der Stadt
Kein Casablanca-Besuch ist vollständig ohne die Hassan-II-Moschee, teilweise über dem Atlantik errichtet und mit einem der höchsten Minarette der Welt ausgestattet. Gebaut zwischen 1986 und 1993 anlässlich des 60. Geburtstags von König Hassan II., bietet die Gebetshalle Platz für bis zu 25.000 Gläubige, das gesamte Gelände fasst deutlich mehr. Zum Komplex gehören außerdem eine Koranschule, Hamams, Schwimmbäder und ein Museum zur marokkanischen Geschichte. Die Finanzierung des Prestigebaus war seinerzeit nicht unumstritten, da neben freiwilligen Spenden auch Pflichtabgaben erhoben wurden. Für Besucher bleibt sie dennoch ein Höhepunkt, denn sie ist die einzige Moschee Marokkos, die auch Nicht-Muslimen im Rahmen von Führungen offensteht.
Quartier Habous: Die Neue Medina
Wer eine typisch marokkanische Atmosphäre sucht, ohne auf moderne Infrastruktur zu verzichten, sollte das Quartier Habous besuchen. Das Viertel wurde in den 1920er Jahren komplett neu errichtet, im Stil einer traditionellen maurischen Altstadt, verbindet dabei aber marokkanische Architektur mit kolonialen Einflüssen. Die engen, gepflegten Gassen eignen sich besonders gut zum Einkaufen von Kunsthandwerk, und am Place du Palais Royal steht die sehenswerte Habous-Moschee.
Die alte Medina von Casablanca
Ganz anders präsentiert sich die alte Medina nahe dem Hafen: lebendig, laut und unkompliziert. Hier reihen sich Marktstände aneinander, Händler sprechen dich häufig direkt an, ein freundliches „Nein danke“ reicht aber meist aus. Wer etwas kaufen möchte, sollte konsequent verhandeln. Nicht weit von der Medina entfernt lohnt sich ein Blick auf die Mahakma du Pacha, ein ungewöhnliches Gebäude aus der Kolonialzeit mit prunkvollen Innenräumen, in dem heute eine Stadtverwaltung untergebracht ist.
Sacré-Cœur Kathedrale
Die Kathedrale Sacré-Cœur aus dem Jahr 1930 ist ein neugotischer Bau, der genau genommen nie offizieller Bischofssitz war, obwohl sie als Kathedrale bezeichnet wird. Seit der Unabhängigkeit Marokkos 1956 wird sie nicht mehr als Kirche genutzt, sondern dient heute als Veranstaltungsort für Kulturausstellungen. Für rund zwei Euro kannst du den Turm besteigen und einen weiten Blick über Casablanca genießen.
Place Mohammed V und Kolonialarchitektur
Der zentrale Platz Mohammed V ist von imposanten Gebäuden aus der französischen Kolonialzeit umgeben und ein beliebter Ort zum Flanieren. In der Platzmitte sorgt ein monumentaler Brunnen abends für eine Lichtshow, die viele Besucher überrascht.
Rick’s Café: Filmgeschichte zum Anfassen
Auch wenn der Film „Casablanca“ nie in Casablanca selbst gedreht wurde, gibt es das legendäre Filmcafé heute wirklich. Kathy Kriger, eine ehemalige Mitarbeiterin des amerikanischen Konsulats, hat es in einem alten Palais mitten in der Medina im Stil der 1940er Jahre nachgebaut, komplett mit Filmrequisiten, Pianobar und Restaurant.
Parc de la Ligue Arabe
Für eine Verschnaufpause vom Stadttrubel bietet sich der Parc de la Ligue Arabe an. Palmengesäumte Promenaden, Springbrunnen, Rosenbeete und mit Mosaiken verzierte Wasserkanäle machen diesen symmetrisch angelegten Park zu einem der schönsten Grünflächen der Stadt, mit der Sacré-Cœur Kathedrale als malerischer Kulisse im Hintergrund.
Corniche und Plage Aïn Diab
Entlang der Corniche reihen sich zahlreiche private Strandbäder am Atlantik aneinander. Der Plage Aïn Diab ist der bekannteste Sandstrand der Stadt und ein beliebter Ort, um dem Trubel der Innenstadt für ein paar Stunden zu entfliehen.
Shopping: Morocco Mall und Marché Central
Wer moderne Architektur und Shopping verbinden möchte, findet in der 2011 eröffneten Morocco Mall einen wahren Konsumpalast mit über 350 Geschäften, darunter Afrikas erste Filiale von Galeries Lafayette. Wer es traditioneller mag, besucht den Marché Central am Boulevard Mohammed V, eine Markthalle im maurischen Stil, die besonders vormittags belebt ist.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
| Sehenswürdigkeit | Was dich erwartet |
|---|---|
| Hassan-II-Moschee | Riesiges Gotteshaus am Atlantik, für Nicht-Muslime zugänglich |
| Quartier Habous | Neu errichtete, maurisch inspirierte Medina |
| Alte Medina | Lebendige Märkte, Verhandeln erwünscht |
| Sacré-Cœur Kathedrale | Neugotischer Bau, Ausblick vom Turm |
| Place Mohammed V | Kolonialarchitektur, abendliche Lichtshow |
| Corniche / Plage Aïn Diab | Strand und Promenade am Atlantik |
Praktische Tipps für deinen Besuch
- Wie viel Zeit einplanen: Ein bis zwei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Casablanca eignet sich gut als Start- oder Endpunkt einer größeren Marokko-Reise
- Leitungswasser: Als Tourist besser auf Wasser in Flaschen zurückgreifen, das in jedem Geschäft erhältlich ist
- Fortbewegung: Die Innenstadt lässt sich teils zu Fuß erkunden, für die Hassan-II-Moschee und weiter entfernte Ziele empfiehlt sich ein Taxi
- Freitag beachten: Als muslimischer Gebetstag passen manche Geschäfte am Freitag ihre Öffnungszeiten an, ein offizieller Feiertag ist er aber nicht
- Ehrlicher Blick: Casablanca ist keine klassische Postkartenstadt, wer sich aber auf die Mischung aus Moderne, Kolonialerbe und marokkanischer Kultur einlässt, wird überrascht
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage sollte man für Casablanca einplanen? Ein bis zwei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus, da Casablanca eher ein guter Start- oder Endpunkt als ein mehrtägiges Reiseziel ist.
Kann man die Hassan-II-Moschee als Nicht-Muslim besichtigen? Ja, sie ist die einzige Moschee in Marokko, die auch Nicht-Muslimen im Rahmen geführter Touren offensteht.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Casablanca? Die Hassan-II-Moschee, das Quartier Habous, die Sacré-Cœur Kathedrale, der Place Mohammed V und die Corniche gehören zu den meistbesuchten Zielen der Stadt.
Lohnt sich ein Besuch von Rick’s Café? Ja, auch wenn der Film „Casablanca“ nie hier gedreht wurde, ist das nachgebaute Filmcafé mit seinem stimmungsvollen 1940er-Jahre-Ambiente ein beliebtes Ausflugsziel.
Fazit
Casablanca Sehenswürdigkeiten reichen von der monumentalen Hassan-II-Moschee über die neu erbaute Medina des Quartier Habous bis hin zu kolonialer Architektur rund um den Place Mohammed V und entspannten Stunden an der Corniche. Die Stadt ist zwar weniger auf den ersten Blick bezaubernd als Marrakesch oder Fes, überzeugt aber mit kosmopolitischem Flair und echtem marokkanischem Alltag. Als wirtschaftliches Zentrum des Landes und mit seinem großen internationalen Flughafen bleibt Casablanca für viele Reisende der ideale Ausgangspunkt für eine größere Marokko-Reise.

